Leitern und Aktien: Bei beiden gibt es Liebhaberstücke

Wer kennt sie nicht, die gute alte Holzleiter, die beim Großvater in der Garage stand oder die in der Landwirtschaft ein sehr gebräuchlicher Gegenstand war. Doch sie hat im Vergleich zu den heute weit verbreiteten Aluleitern und Teleskop-Leitern einige Nachteile aufzuweisen.

Die Holzleiter wurde von der Moderne abgelöst

Lange war sie im Handwerk, in der Landwirtschaft und in den privaten Haushalten in Gebrauch: die Holzleiter. Doch heute ist sie fast komplett von der Aluleiter abgelöst worden, denn diese ist leichter, praktischer und vor allem auch sicherer. Inzwischen gilt die Holzleiter als ein Liebhaberstück, wobei sie mehr Dekoration ist in einem antik gestalteten Umfeld. Zwar ist die Holzleiter damit nicht mehr auf den Baustellen oder bei der Renovierung im Einsatz zu sehen, aber als aufgearbeitetes Deko-Objekt wird sie immer noch gern verwendet.

Der Nachteil der Holzleiter, gegenüber der heute gebräuchlichen Aluleiter liegt darin, dass sie ein sehr hohes Gewicht aufweist. Zudem muss sie gepflegt bzw. lackiert werden, damit es nicht zu Absplitterungen kommt, die zu Verletzungen führen können. Die Aluleiter ist wesentlich leichter und schneller zu transportieren, vor allem wenn es sich um eine Teleskop-Leiter handelt. Sie ist im Bau und Handwerk heute üblich, während die Holzleiter ihren Rückzug angetreten hat.

Um es auf den Punkt zu bringen, die Holzleiter ist heute zu einem Liebhaberstück geworden und damit hat sie für viele einen ganz speziellen Wert. Oftmals werden diese Liebhaberstücke gefunden, wenn es zum Erbe kommt, und Garagen und/oder Stallungen „ausgemistet“ werden. Doch oftmals finden Erben sogar noch etwas viel Wertvolleres: Aktien!

Physische Aktien: Was tun, wenn man sie noch besitzt?

Bereits seit den 1990er Jahren gibt es keine physischen Aktien in Papierform mehr, die im Banktresor aufgehoben werden. Doch was tun, wenn man diese noch besitzt oder vom Großvater erbt? Hier ist guter Rat teuer.

Diese Aktien können zum Teil für einen Aha-Effekt gut sein, aber zumeist sind sie nur ein Ärgernis. Denn oftmals handelt es sich um Dividedenpapiere oder anderer Wertpapiere insolventer Unternehmen von früher oder sogar noch ganz ganz früher, die schon lange nicht mehr an der Börse gehandelt werden.

Um eines vorwegzunehmen: Es ist nicht so einfach wie mit der Holzleiter, denn hier gibt es keinen Königsweg, wie mit diesen Ladenhütern zu verfahren ist. Aber dennoch sollte man einige Dinge wissen, damit endgültig ein Schlussstrich darunter gezogen werden kann.

Ist das Papier tatsächlich wertlos?

Schon allein diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Denn es kann sein, dass an diesem Papier juristische Ansprüche hängen. Somit könnte es sich lohnen, in dieser Richtung nachzuforschen, denn es ist denkbar, dass noch ein Sammelverfahren für geschädigte Aktionäre oder Anleihegläubiger läuft. Es hilft auch manchmal die Nachfrage bei der Bank, beim zuständigen Gericht des Firmensitzes, bei den Medien oder der Industrie- und Handelskammer. Es gilt hier vor allem eines: Nachfragen kostet nichts.

Sollte das Wertpapier tatsächlich sehr alt sein, dann sind auch antiquarische Märkte ein Anlaufpunkt. Das kommt jedoch nur dann in Frage, wenn die Papiere überhaupt noch effektiv auslieferbar sind – aber das ist mit Gebühren verbunden. Sollte ein Papier jedoch nur in der Form einer Sammelurkunde vorliegen, dann besteht dafür keine Chance mehr.

Kurz und gut, in der Regel sind diese Papiere wertlos und man kann sich nicht über einen großen Gewinn freuen. Das einzige was bleibt, ist, dass sich ein Käufer für ein solches „Schrottpapier“ findet, aber das ist nur eine theoretische Möglichkeit. Hier bleibt einzig und allein die Erkenntnis, dass es sich bei den allermeisten der Insolvenzpapiere lohnt, dass man in den sauren Apfel beißt und diese über die Börse verkauft, solange es noch möglich ist.